
Die meisten Kundinnen, die sich für Energiearbeit interessieren, fragen mich zuerst, ob Drachenenergie gefährlich werden kann - nie, wie man sie überhaupt aktiviert.
Dahinter steckt ein Bild, das sich hartnäckig hält: der Drache als zerstörerische, unberechenbare Urgewalt, die man besser nicht reizt. Genau dieses Bild ist falsch, und es hält mehr Menschen von einfachen spirituellen Übungen ab, als mir in der Buchhandlung recht ist. Drachenenergie ist, nüchtern betrachtet, eine verdichtete Form von Schöpferkraft - und wer sie aktivieren will, muss keine Monster bändigen, sondern lernen, die eigene Präsenz auszuhalten. Das gilt für eine Leserin hier in München genauso wie für jemanden, der sich nur über ein Meditations-Video an das Thema herantastet.
Ist Drachenenergie tatsächlich eine zerstörerische Urgewalt?
Nein - und genau an dieser Fehleinschätzung scheitern die meisten Anfängerinnen, bevor sie überhaupt angefangen haben. Wer sich einen Drachen als feuerspeiendes Ungetüm vorstellt, geht automatisch in eine Abwehrhaltung, und aus einer Abwehrhaltung heraus lässt sich keine Energie aktivieren, egal welche. In der Energiearbeit wird Drachenkraft eher als eine besonders dichte, konzentrierte Form jener Kraft verstanden, die laut einigen Lehren über die klassischen Elemente noch hinausgeht. Für den Einstieg reicht diese Einordnung völlig, mehr an Theorie braucht niemand, der gerade erst anfängt.
Wichtiger als jede Theorie ist eine zweite Fehleinschätzung, die ich mindestens so oft höre: dass man erst etwas Besonderes leisten oder fühlen müsse, bevor einem diese Kraft überhaupt zusteht. Auch das stimmt nicht. Ohne eine ruhige eigene Basis - ohne das Gefühl, fest mit beiden Beinen zu stehen - gerät man bei dieser Arbeit leicht ins Schwimmen, und genau deshalb rate ich jeder, die akut labil ist oder sich in einer psychischen Krise befindet, von intensiven Übungen zunächst Abstand zu nehmen. Das ist keine Therapie. Es ist energetisches Training für Menschen, die ohnehin schon stabil im Alltag stehen, und meine Beobachtungen ersetzen keinen Rat einer Fachperson.

Die Übung der Leere statt der lauten Visualisierung
Fast jeder Ratgeber rät zur bildhaften Vorstellung: ein goldener oder roter Drache, der durch den Raum fliegt, möglichst detailreich ausgemalt. Meine Erfahrung mit drei verschiedenen Online-Kursen und mit den Teilnehmerinnen aus meinem Lesekreis zeigt etwas anderes. In allen drei Kursen lag die Laufzeit meist zwischen vier und acht Wochen, bei einem Aufwand von rund drei Stunden pro Modul und einem Preis im moderaten dreistelligen Bereich - das nur zur Einordnung, bevor jemand an ein Wochenendseminar denkt. Wer am schnellsten ein Ergebnis erzwingen will, überreizt sich meist nur: Kopfschmerzen, eine diffuse Unruhe, manchmal schlechter Schlaf. Die Energie lässt sich nicht herbeizwingen wie eine Bestellung.
Der Ansatz, den ich im Lesekreis weitergebe, ist unspektakulärer: bewusst auszuhalten, dass gerade nichts passiert, statt ständig ein Bild zu erzeugen. Man setzt sich hin, lässt den inneren Raum leer werden, ohne etwas zu wollen oder zu suchen, und wartet es einfach aus. Für Anfängerinnen ist das paradoxerweise die schwerste Übung überhaupt, weil der Verstand ständig beschäftigt werden will und jede Sekunde ohne Bild wie verschwendete Zeit wirkt. Genau in diesem Nicht-Tun liegt der Unterschied zwischen einer erzwungenen Vorstellung und einer Kraft, die sich von selbst zeigt, wenn man ihr Platz lässt.
Schöpferkraft braucht einen festen Stand, keine Show
Für den Alltag reicht eine einzige Übung, die sich in jedem Wohnzimmer, an jedem Küchentisch und ebenso gut an der Uferpromenade am Starnberger See machen lässt. Man stellt sich barfuß oder in dünnen Socken hin, atmet ruhig in den Bauch, ohne irgendetwas zu erzwingen, und stellt sich vor, dass unter den Füßen nicht nur Boden ist, sondern eine tiefe, warme Ruhe, die trägt. Dazu der innere Satz: Ich bin bereit, meine eigene Kraft zu halten. Das ist alles - keine Kerzen, keine Kristallgitter, kein Ritual mit fünf verschiedenen Farben.
Ob diese kleine Übung wirkt, merkt man nicht an einem besonderen Moment der Erleuchtung, sondern an ganz gewöhnlichen Vormittagen: Bücher einräumen, während gleichzeitig der Paketbote drei Kartons vor die Tür stellt und zwei Kundinnen etwas wissen wollen - und die Hände bleiben trotzdem ruhig, obwohl objektiv nichts an der Situation ruhig ist. Das ist der eigentliche Beweis, nicht ein Kribbeln oder ein besonderes Gefühl. Innere Stärke finden: Wie Drachenenergie Übungen bei der Erdung im Alltag helfen geht genauer auf diesen Transfer in den Alltag ein, falls jemand über die reine Einstiegsübung hinaus will.
Heidemarie Pöltl, eine Kundin, die meist freitags vorbeischaut, hat mir das vor einiger Zeit an der Kasse so beschrieben: "Ich merke den Unterschied nicht beim Üben, sondern wenn der Drucker klemmt und ich trotzdem nicht aus der Haut fahre." Genauer könnte ich es selbst nicht sagen.
Wann man von Drachenenergie-Übungen besser die Finger lässt
Drachenenergie ersetzt keine Rechnungen, die bezahlt werden müssen, und sie löst keine Beziehungsprobleme von allein. Wer sich das erhofft, wird enttäuscht, es ist ein Werkzeug zur Bewusstseinserweiterung, kein Wunschkonzert, und ein Online-Kurs liefert höchstens die Struktur dazu, nicht die Wirkung selbst. Wer mit Leere grundsätzlich nicht gut zurechtkommt und eher eine geführte, engmaschige Anleitung braucht, ist mit dieser bestimmten Übung ebenfalls schlecht beraten, dafür gibt es andere Formate, die mit mehr Führung und weniger offenem Raum arbeiten.
Einmal bin ich selbst mit einer Freundin zu einem Pendel-Workshop gegangen, und wir haben danach beide nichts davon vertieft - keine Wiederholung, keine eigene Praxis, einfach vorbei. Genau diesen Fehler sehe ich bei Kundinnen ständig wieder: ein einzelner Impuls ohne jede Nachbereitung verpufft vollständig, egal wie gut der Workshop selbst war. Eine Freundin, Angelika Voss, die einen Online-Shop für Klanginstrumente und Meditationszubehör betreibt, sagt dazu immer, Preistransparenz sei das wichtigste Merkmal, an dem man einen seriösen Anbieter überhaupt erkennt - ein Satz, der mir inzwischen bei jeder Kursempfehlung im Kopf herumgeht. Schutz vor Energievampiren Online Kurs: Mit Drachenenergie die Aura stärken führt das Thema Abgrenzung weiter aus, falls energetischer Selbstschutz im Alltag mehr interessiert als die reine Aktivierungsübung.

Andere Fragen gehören bewusst nicht in diesen Eintrag, auch wenn Kundinnen sie oft gleich mitbringen. Ob der Drachenenergie-Kurs oder das ELBEN-Format besser zur eigenen Energie passt, ist eine eigene Rechnung, genauso wie die Frage, was ein Meditationskurs im Preis-Leistungs-Vergleich tatsächlich bietet, oder wie sich die Kursformate der Anbieter grundsätzlich unterscheiden. Channeling-Grundlagen sind ein eigenes Handwerk, das sich von reiner Drachenarbeit unterscheidet, und die Grundlagen der Drachenenergie selbst verdienen einen eigenen Einstiegstext statt ein paar Sätze hier.
Loslassen als eigenständige Praxis gehört in ein anderes Kapitel, ebenso die Wahrnehmung von Naturwesen, die mit Drachenarbeit wenig gemeinsam hat. Den Übergang vom reinen Buch zur geführten Kursarbeit, die Unterscheidung der medialen Wahrnehmungskanäle und die Frage, ob man sich etwas einbildet oder tatsächlich etwas wahrnimmt, notiere ich mir ebenfalls für andere Einträge - dazu die Kriterien für einen seriösen Anbieter, die Warnsignale bei unseriösen Angeboten, den Transfer in den Berufsalltag, die energetische Reinigung der eigenen Wohnung, die Lernstufen für Fortgeschrittene, die Fortführung der Übung im Alltag zuhause und die unterschiedliche Handschrift einzelner Kursleiterinnen im Vergleich.
Was für den Einstieg wirklich zählt, ist überschaubar: nicht fragen, wie wild oder mächtig der Drache sein soll, sondern ob man bereit ist, ein paar Minuten lang nichts zu tun außer stehen zu bleiben. Wer das aushält, hat die eigentliche Übung schon gemacht - alles andere ist Dekoration.