Stillefeld

Energetischer Selbstschutz im Alltag: Mit Drachenenergie Übungen zu mehr Kraft

Energetischer Selbstschutz im Alltag: Mit Drachenenergie Übungen zu mehr Kraft

Es ist dieser spezifische Moment am späten Nachmittag, wenn das Licht schräg durch die hohen Fenster meines Ladens in Haidhausen fällt und der Geruch von Sandelholz fast schon zu schwer in der Luft hängt. Eigentlich liebe ich meine Buchhandlung, die ich hier seit 2011 betreibe, aber nach einem Beratungsmarathon über die neuesten zehn Neuerscheinungen im Bereich Channeling und Meditation fühlt sich meine eigene Energie oft an wie ein Akku, der tief im roten Bereich blinkt. Die Luft ist raus, die Geduld auch, und jeder weitere Kunde, der zur Tür hereinspaziert, wirkt wie ein energetischer Staubsauger.

Früher habe ich es mit den klassischen Licht-Visualisierungen versucht – sich in eine goldene Blase hüllen, das Licht fließen lassen. Aber ganz ehrlich? Im lauten Münchner Alltag, wenn draußen die Tram R3 durch die Wörthstraße rattert und die Leute gestresst von der Arbeit kommen, halten diese zarten Licht-Konstrukte bei mir meistens keine zehn Minuten stand. Sie sind zu weich für den Asphalt von Haidhausen. Ich saß also vor etwa drei Wochen wieder einmal an der Kasse, die Finger auf dem kühlen Leder meines Notizhefts, und spürte dieses vertraute Loch in der Magengrube. In diesem Heft führe ich seit 2023 Buch über meine Erfahrungen mit den drei großen Kursen zum Thema Drachenenergie, die ich absolviert habe. Es war Zeit, die pragmatischen Notizen wieder in die Praxis umzusetzen.

Warum die üblichen Schutztechniken im Laden oft versagen

In den fünfzehn Jahren, in denen ich nun Kundinnen vor dem Regal berate, habe ich eines gelernt: Die meisten suchen nach einem Schutzschild, der sie unsichtbar macht. Sie wollen die negativen Schwingungen der Kollegen oder der Schwiegermutter einfach nicht mehr spüren. Das Problem dabei ist, dass wir uns damit oft selbst in ein energetisches Gefängnis sperren. Wenn ich mich komplett abschirme, verkaufe ich auch keine Bücher mehr, weil die Resonanz fehlt. Die herkömmliche Arbeit an den 7 Hauptchakren ist zwar die Basis jeder Ausbildung, aber für den harten Alltags-Check reicht das oft nicht aus.

Nahaufnahme eines Notizbuchs mit handschriftlichen Notizen und einer kleinen Drachenzeichnung in einer Buchhandlung.

Anfang März hatte ich eine Kundin hier, eine Lehrerin, völlig ausgebrannt. Sie erzählte mir, dass sie jeden Morgen eine Viertelstunde meditiert, um sich zu schützen, und trotzdem nach der zweiten Pause weinen möchte. Ich schaute in mein Notizheft und las meine eigenen Einträge aus dem späten Herbst 2025, als ich mitten im dritten Kurs steckte. Mein damaliges Fazit: Wir bauen oft Mauern aus Angst, statt Grenzen aus Kraft zu setzen. Drachenenergie ist hier ein völlig anderer Ansatz. Es geht nicht um eine statische Wand, sondern um eine lebendige, feurige Präsenz. Es ist der Unterschied, ob man hinter einer Betonmauer steht oder ob man von einem wachsamen, kraftvollen Wesen begleitet wird, das einfach nur Raum beansprucht.

Ich bin von Haus aus eher skeptisch. Wer jeden Monat zehn neue Bücher über Lichtwesen und aufgestiegene Meister einsortiert, entwickelt einen Filter für allzu blumige Versprechen. Aber was ich bei den Drachenenergie-Übungen beobachtet habe, war physisch greifbar. Während der letzten Rauhnächte habe ich die Übungen intensiviert. Statt mir vorzustellen, wie ich mich verstecke, habe ich gelernt, meine eigene Ur-Kraft so weit auszudehnen, dass sie den Raum um mich herum besetzt. Das ist kein Angriff, es ist schlichte Präsenz. In meinem Notizheft steht dazu ein kurzer Satz: "Der Drache beißt nicht, er ist einfach nur zu groß, um übersehen zu werden."

Die körperliche Komponente der Drachenkraft

Wenn ich heute über energetischen Selbstschutz spreche, meine ich keine esoterische Träumerei. Es ist eine Frage der Körperwahrnehmung. An einem hektischen Dienstagnachmittag im Mai war der Laden voll, die Lieferung kam verspätet, und zwei Kundinnen stritten sich fast um das letzte Exemplar eines vergriffenen Titels. In solchen Momenten spüre ich die Wirkung der Übungen am deutlichsten. Es beginnt mit einem plötzlichen, warmen Kribbeln im Kreuzbein, das sich wie ein schützender Panzer die Wirbelsäule hochschiebt. Es ist ein Gefühl von massiver Erdung, das nichts mit Wegschweben zu tun hat.

Die Übungen aus den Kursen, die ich zwischen 2023 und 2026 getestet habe, sind erstaunlich kompakt. Man braucht keine Stunde auf dem Meditationskissen. Die meisten Module sind so aufgebaut, dass man sie in etwa zwei bis drei Stunden pro Woche durcharbeiten kann – ideal für jemanden wie mich, der den ganzen Tag im Laden steht. Preislich bewegen sich solche fundierten Online-Formate meist im niedrigen dreistelligen Bereich, was absolut fair ist, wenn man bedenkt, wie viel Zeit man sonst mit wirkungslosen Techniken verschwendet. Wer allerdings glaubt, nach drei Tagen zum Magier zu werden, den muss ich enttäuschen. Es ist ein Training, wie Klavierspielen oder Gewichteheben.

Ein wichtiger Aspekt, den ich oft im Lesekreis diskutiere – wir treffen uns ja seit 2016 einmal monatlich mit Gästen aus der Szene –, ist die Gefahr der emotionalen Isolation. Hier kommt mein persönlicher Kritikpunkt an vielen Drachenenergie-Lehren ins Spiel: Ständiger energetischer Schutz durch Drachenenergie blockiert oft den natürlichen Energiefluss und führt langfristig zu einer emotionalen Isolation, die das eigene Wachstum eher hemmt als fördert. Wenn du dich den ganzen Tag wie ein gepanzerter Drache fühlst, erreicht dich auch die Freude nicht mehr. Man wird hart, fast schon unnahbar. Ich habe das bei mir selbst beobachtet: Nach einigen Wochen intensiven Schutzes merkte ich, wie ich ungeduldiger mit meinen Kundinnen wurde. Ich war so gut "geschützt", dass ich ihre eigentlichen Bedürfnisse nicht mehr gespürt habe.

Ein Drachenfigur aus dunklem Stein und ein Calcit-Heilstein stehen zwischen Büchern im Regal.

Praktische Integration zwischen Kasse und Regal

Die Kunst liegt also in der Dosierung. Ich nutze die Drachenenergie heute wie ein Werkzeug, das ich aus dem Kasten hole, wenn es nötig ist, und nicht als Dauerzustand. Wenn eine schwierige Beratung ansteht oder ich merke, dass die Energie im Laden kippt, aktiviere ich diese innere Grenze. Es ist ein kurzes Innehalten beim Einräumen der Bücher. Ich habe gelernt, durch die Schärfung der eigenen spirituellen Wahrnehmung genau zu erkennen, wann die Grenze nötig ist und wann ich sie wieder öffnen kann, um wirklich in Kontakt zu treten.

Für wen ist das nichts? Wenn Sie gerade in einer akuten psychischen Krise stecken oder schwere Traumata verarbeiten, ist ein Online-Kurs zum Thema Energiearbeit kein Ersatz für professionelle Hilfe. Ich bin Buchhändlerin, keine Therapeutin oder Ärztin. Reden Sie in solchen Fällen bitte mit einem Fachmann. Auch wer eine schnelle Lösung für tiefsitzende Ängste sucht, wird enttäuscht werden. Drachenenergie verstärkt das, was da ist – sie ist ein Kraftverstärker, kein Pflaster für Wunden. Man muss bereit sein, sich der eigenen Intensität zu stellen.

Inzwischen enthält mein Notizheft neben der Kasse fast mehr Drachenskizzen als Buchbestellungen. Es sind kleine Symbole, die mich daran erinnern, meine Mitte zu halten, ohne mein Herz zu verschließen. Ich merke, dass ich durch diese Arbeit viel besser klare Grenzen setzen und mein Selbstbewusstsein stärken konnte, ohne dabei die Empathie für die Menschen zu verlieren, die meinen Laden betreten. Es ist ein Balanceakt. Wenn die Tram draußen wieder einmal besonders laut quietscht und im Laden drei Leute gleichzeitig etwas wissen wollen, atme ich kurz in mein Kreuzbein, spüre die Wärme und weiß: Der Raum gehört mir, aber die Tür bleibt für echte Begegnungen offen. Ohne Heilsversprechen, ganz pragmatisch, eben auf die Haidhauser Art.

Haftungsausschluss: Was Sie hier lesen, spiegelt meine persönliche Erfahrung wider — keine professionelle Beratung. Informieren Sie sich eigenständig und konsultieren Sie die entsprechenden Fachleute, bevor Sie Änderungen an Ihrer Gesundheit, Ernährung oder Ihren Finanzen vornehmen.

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